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Gemeinsam für gesunde Kinderzähne

25 Jahre Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Thüringen e. V.

[06.09.2017] Am 06.09.2017 feierte die LAG Jugendzahnpflege Thüringen e. V. in den Räumen der Landeszahnärztekammer in Erfurt ihr 25-jähriges Bestehen.

In den bewegten Zeiten nach der politischen Wende ging es um Abwicklung alter Strukturen und die Schaffung neuer demokratischer Verhältnisse in allen Lebensbereichen. Davon war auch die in der DDR entwickelte und gut etablierte Jugendzahnpflege nicht ausgeschlossen. Mit dem Gesundheitsreformgesetz vom 01.01.1989 wurden im fünften Sozialgesetzbuch erstmals Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen als Aufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. Gruppenprophylaxe und Individualprophylaxe sollten gemeinsam zu einer Verbesserung führen. Die Umsetzung dieses Gesetzes auf Landesebene war die Geburtsstunde der LAGJTh e. V. im Jahre 1992.

Damit begann eine Erfolgsgeschichte. Kariesprophylaxe ist ein Beweis dafür, dass Prävention funktioniert. Aktuelle Studien und regelmäßige Untersuchungen belegen, dass die Zähne der Thüringer Kinder sehr viel gesünder geworden sind. In Thüringen haben ca. 70% der 12-jährigen Schüler ein völlig (natur-)gesundes Gebiss.

Für die Landesarbeitsgemeinschaft sind in Thüringen rund 600 Patenzahnärzte, 18 Prophylaxefachkräfte und 21 Zahnärztinnen im Öffentlichen Gesundheitsdienst das ganze Jahr in Kitas und Schulen des Freistaats unterwegs. In ihrer Arbeit werden sie unterstützt von der Landeszahnärztekammer, den gesetzlichen Krankenkassen, der Landesregierung und dem öffentlichen Gesundheitsdienst.

Die Mühen der 25 Jahre haben sich gelohnt. Nach nunmehr einem Vierteljahrhundert, blickt die LAGJTh gemeinsam mit allen Akteuren voller Stolz auf gemeinsame Errungenschaften zurück und dankt den Wegbereitern, Mitstreitern und Partnern von Herzen.

Neben dem Thüringer Jugendzahnpflegetag am 23. August wurde am 06. September 2017 das Jubiläum gemeinsam mit zahlreichen Gästen gefeiert, welche besonders aus Thüringen, aber auch befreundeten Landesarbeitsgemeinschaften und von der DAJ in Bonn angereist waren. Begonnen wurde der feierliche Festakt mit der Festrede unserer LAGJTh-Vorsitzenden Frau Dr. Andreeva. Grußworte der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Frau Heike Werner, der gesetzlichen Krankenkassen (Herr Dr. Arnim Findeklee, vdek) sowie dem Präsidenten der Landeszahnärztekammer Thüringen (Herr Dr. Christian Junge) folgten.

Eine Herzensangelegenheit für den Vorstand der LAGJTh e. V. war die Auszeichnung mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an die langjährigen Wegbegleiter Frau Prof. Dr. Susanne Kneist, Frau Prof. Dr. Annerose Borutta und Herrn Dipl.–Stom. Michael Uhlig. Den musikalischen Rahmen setzte Herr Dieter Schumann mit seinen Beiträgen am Klavier.

 

Die Prophylaxe-Fachkräfte der LAGJTh e. V. hatten einen ganz besonderen Programmpunkt vorbereitet: Mit einem ersten eigenen Thüringer Zahntheater konnten sie die Gäste erheitern und begeistern. Zudem hatte eine Arbeitsgruppe der Mitarbeiterinnen vielerlei Bildmaterial aus 25 Jahren Gruppenprophylaxe in Thüringen zusammengetragen und mit einer sehr gelungenen Poster-Ausstellung die Veranstaltung bereichert. Die Gäste hatten bei einer weiteren Ausstellung zudem die Möglichkeit, sich einen Überblick über die in der LAGJTh e. V. entstandenen Materialien zu verschaffen. Hier rückte u. a. die neue Ausgabe von "Willi weiß es" in den Fokus, in der es eine Ernährungsgeschichte für Kinder gibt.

 

 

Nach einem kleinen Sektempfang, wobei es zum regen Austausch der Akteure kam, wurde die Veranstaltung mit einem wissenschaftlichen Symposium fortgesetzt. Frau Prof. Dr. Borutta stellte in ihrem Vortrag den Thüringer Evaluationsbericht zur Gruppenprophylaxe vor. Anschließend ging es bei Herrn Thomas Altgelt darum, wie Prävention nachhaltig zu gestalten wäre und warum konkurrierende Projektitis nicht immer förderlich bei der Erreichung nationaler Gesundheitsziel sein muss. Frau Dr. Ina Schüler widmete sich im folgenden Vortrag den Kindern und Jugendlichen mit gesundheitlichen Risiken und stellte Studiendaten zur Mundgesundheit dazu vor. Es wurde hinterfragt, welche Ausrichtung Gruppenprophylaxe diesbezüglich nehmen könnte. Im letzten Vortrag des Symposiums ging Frau Dr. Kerstin Oßwald als Ernährungswissenschaftlerin auf die Thematik "Nahrung fürs Hirn" ein und hinterfragte kritisch, warum Kinder Ernährungsstörungen haben und wie nachhaltigere Entwicklung gestaltet werden könnte.

 

Insgesamt bescheinigten die Gäste uns Thüringern einen gelungenen Festakt und waren sich sicher, dass es im Bereich der Thüringer Gruppenprophylaxe auch in den nächsten 25 Jahren nicht langweilig werden wird.

Die begleitende Festschrift und den Evaluationsbericht können Sie unter dem jeweiligen Link einsehen: