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Erweiterte Empfehlung für zahnärztliche Behandlungen:
Entstehung von Aerosolen weitgehend verhindern

Aufgrund der aktualisierten Einschätzung des Robert-Koch-Institutes zu den Übertragungswegen des Coronavirus empfiehlt die Landeszahnärztekammer Thüringen, die Entstehung von Aerosolen in zahnärztlichen Behandlungen weitgehend zu verhindern.

Dabei steht eine wirksame Absaugtechnik im Vordergrund. Ferner sollte folgendes berücksichtigt werden:

  1. Die Verwendung von Schall- und Ultraschallgeräten sollte vermieden werden.
  2. Die Verwendung von Pulverstrahlgeräten sollte vermieden werden.
  3. Die Verwendung von Turbinen sollte vermieden werden.
  4. Antiseptische Mundspülungen können dazu beitragen, eine Infektionsübertragung zu minimieren. Hierbei gibt es Hinweise, dass in Bezug auf das Coronavirus eine 1-prozentige H2O2-Lösung wirkungsvoller als CHX ist.
  5. Die üblichen Schutzmittel (MNS-Maske, Handschuhe) sollten konsequent und ordnungsgemäß getragen werden.
  6. Die zusätzliche Verwendung von Visieren/Schutzschilden bei der zahnärztlichen Behandlung kann die Sicherheit weiter erhöhen.
  7. Jede Form der Behandlung von Risikogruppen (Senioren älter als 70 Jahre, multimorbide Patienten, immunsupprimierte oder immunreduzierte Patienten oder anders einschlägig gesundheitlich vorgeschädigte Patienten) sollte auf ein absolut notwendiges Minimum von Schmerz- bzw. Notbehandlungen reduziert werden.

Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis

1. Für den zahnärztlichen Praxisalltag werden weiterhin die üblichen Standard-Hygienemaßnahmen mit Mund-Nase-Schutz, Handschuhen sowie Händehygiene mit korrekter Händedesinfektion unter Beachtung der Einwirkzeit als ausreichend angesehen.

Der Anamnese-Erhebung kommt zur Begrenzung des Infektionsrisikos große Bedeutung zu. Die diesbezüglichen Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan, den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ sowie der Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250) festgehalten.

2. Die Behandlung von Patienten mit Symptomen einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt. Diese Patienten sind zur Sicherung der Diagnose und ggf. Einleitung einer Therapie an den Hausarzt zu verweisen.

3. Für die Behandlung gesichert diagnostizierter oder unter dringendem Corona-Verdacht stehender Patienten in Krankenhäusern sind erweiterte Schutzmaßnahmen (beispielsweise geschlossener Schutzkittel, Kopfhaube und FFP-Schutzmaske) angezeigt. Für unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen gelten die Vorsichtsmaßnahmen gemäß BioStoffV und GefStoffV:

  • räumliche oder organisatorische Trennung der erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde,
  • persönliche Schutzausrüstung für das Personal (Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; Kopfhaube kann Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen),
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit einen Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten,
  • Patienten vor Verlassen des Sprechzimmers zum Desinfizieren der Hände anhalten, Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Ansprechpartner

Sandra Bäumer
Praxisführung, BuS-Dienst, Validierung, Hygiene
Telefon 0361 7432-133
E-Mail

Michael Westphal
Recht, Justiziariat
Telefon 0361 7432-112
E-Mail


Stand: 24.03.2020

Die vorstehende Handlungsempfehlung gibt unverbindliche Vorschläge, Muster, Erläuterungen und Anhaltspunkte zur individuellen Umsetzung in der Zahnarztpraxis. Die benannten Maßnahmen und Arbeitsabläufe müssen deshalb vom Praxisinhaber überprüft und den jeweiligen Praxisverhältnissen vor Ort angepasst werden. Die Landeszahnärztekammer Thüringen übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

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