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Praxisführung, Hygiene und zahnärztliche Behandlung

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 25. August 2020


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Betriebsanweisung und Gefährungsbeurteilung

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Landeszahnärztekammer widerspricht WHO-Empfehlung zu Verzicht auf Zahnarztbesuche

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät in einem ihrer Berichte dazu, auf Zahnarztbesuche zu verzichten, wenn kein Notfall vorliegt. Landeszahnärztekammer Thüringen und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) treten dem entschieden entgegen.

  • Die WHO empfiehlt in einem ihrer letzten Berichte, Zahnarztbesuche – bis auf Notfälle – zu vermeiden. Dabei werden keine länderspezifischen Unterschiede gemacht. 
  • Die Landeszahnärztekammer Thüringen, wie auch die BZÄK, sehen darin eine globale Empfehlung, die auf die Situation in Deutschland interpretiert werden muss.  

Mit ihrem Bericht stellt die WHO fest, dass alle Zahnarztbesuche, abgesehen von Notfällen, verschoben werden sollen, da ein erhöhtes Infektionsrisiko durch Aerosole besteht. 

Die Landeszahnärztekammer Thüringen hat bereits umfangreiche Empfehlungen gegeben, um die Aerosolbildung in den Praxen zu verringern bzw. gänzlich auszuschließen. Außerdem herrschen in Deutschland extrem hohe Hygienestandards vor, die nicht mit den Standards in anderen Ländern zu vergleichen sind. 

Die BZÄK stellt in ihrer Pressemitteilung klar, dass der veröffentlichte Bericht der WHO auf die spezielle Situation in Deutschland interpretiert werden muss. Dazu ist nicht nur die Infektionslage zu berücksichtigen, sondern auch die strengen Hygieneempfehlungen und die moderne Praxisausstattung in deutschen Zahnarztpraxen. Die Landeszahnärztekammer Thüringen schließt sich der Ansicht ausdrücklich an. Der Präsident, Dr. Christian Junge, hat sich im Vorstand der BZÄK dafür eingesetzt, diesen Bericht richtig zu stellen. Mittlerweile hat die BZÄK die offizielle Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums. Außerdem wurde bei der WHO interveniert. So wurde kurzfristig von der WHO die Antwort erteilt, dass der Bericht auf eine Verzögerung des Übertragungsszenario abstellt, welches in den meisten europäischen Ländern nicht zur aktuellen Situation passt. Auf eine ausdrückliche und öffentliche Klarstellung wird weiter hingearbeitet.

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Entlastung für Zahnarztpraxen:
Pflicht zur Erstellung eines Infektionsschutzkonzeptes beendet

  • Thüringer Zahnarztpraxen müssen ab sofort kein Infektionsschutzkonzept mehr erstellen, aktuell halten oder auf Verlangen vorlegen.
  • Die intensiven Bemühungen der Landeszahnärztekammer Thüringen beim Gesundheitsministerium für eine Abschaffung der bislang geltenden Pflicht waren damit vollständig erfolgreich.

Seit dem 16. Juli 2020 ist eine neue Thüringer Coronavirus-Verordnung in Kraft. Danach sind Zahnarztpraxen nicht länger zur Erstellung eines Infektionsschutzkonzeptes verpflichtet.

Noch gemäß der vorherigen Verordnung galten auch Zahnarztpraxen als nicht näher bestimmte Einrichtungen mit Publikumsverkehr. Deshalb mussten Praxen ein schriftliches Infektionsschutzkonzept erstellen, ihre Infektionsschutzmaßnahmen dokumentieren und das Konzept auf Verlangen der zuständigen Aufsichtsbehörde vorlegen.

Die neue Verordnung konzentriert sich nun auf den Publikumsverkehr in Geschäften, Betrieben, kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Auch diese Verordnung wurde auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) erlassen, das begrifflich klar zwischen unternehmerischen Geschäften/Betrieben und medizinischen Einrichtungen unterscheidet. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass dieselben Begriffsbestimmungen auch für die Coronavirus-Verordnung gelten. Entsprechend entfällt für Zahnarztpraxen als medizinische Einrichtungen im Sinne des IfSG die Pflicht zur Erstellung eines Infektionsschutzkonzeptes.

In den vergangenen Wochen hatte sich die Landeszahnärztekammer Thüringen beim Gesundheitsministerium vehement für ein Ende dieser zusätzlichen bürokratischen Regelung eingesetzt. Nach Ansicht der Kammer arbeiten Zahnarztpraxen bereits standardmäßig nach einem strengen Hygieneplan mit darin eingeschlossenen Infektionsschutzregeln. Die Praxen benötigen deshalb kein gesondertes Konzept zum Infektionsschutz vor dem Coronavirus.

Dieser Einschätzung ist das Ministerium nun gefolgt. Damit waren die intensiven Bemühungen der Kammer vollständig erfolgreich. Von der Neuregelung profitieren neben Zahnarztpraxen auch alle Arztpraxen und weitere medizinische Einrichtungen in Thüringen.

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Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis

1. Für den zahnärztlichen Praxisalltag werden weiterhin die üblichen Standard-Hygienemaßnahmen mit Mund-Nase-Schutz, Handschuhen sowie Händehygiene mit korrekter Händedesinfektion unter Beachtung der Einwirkzeit als ausreichend angesehen.

Der Anamnese-Erhebung kommt zur Begrenzung des Infektionsrisikos große Bedeutung zu. Die diesbezüglichen Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan, den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ sowie der Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250) festgehalten.

2. Die Behandlung von Patienten mit Symptomen einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt. Diese Patienten sind zur Sicherung der Diagnose und ggf. Einleitung einer Therapie an den Hausarzt zu verweisen.

3. Für die Behandlung gesichert diagnostizierter oder unter dringendem Corona-Verdacht stehender Patienten in Krankenhäusern sind erweiterte Schutzmaßnahmen (beispielsweise geschlossener Schutzkittel, Kopfhaube und FFP-Schutzmaske) angezeigt. Für unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen gelten die Vorsichtsmaßnahmen gemäß BioStoffV und GefStoffV:

  • räumliche oder organisatorische Trennung der erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde,
  • persönliche Schutzausrüstung für das Personal (Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; Kopfhaube kann Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen),
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit einen Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten,
  • Patienten vor Verlassen des Sprechzimmers zum Desinfizieren der Hände anhalten,
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

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Praktische Tipps zu erweiterten Hygienemaßnahmen

  • Ein festes Abfrageschema für den Praxisempfang gibt Hilfestellung zum Umgang mit dem neuartigen Coronavirus.
     ⯈ Abfrage- und Entscheidungsdiagramm für den Praxisempfang  (pdf; 369 kB)
  • Kinderspielzeug sollte aus dem Wartezimmer entfernt werden.
  • Die Besetzung des Wartezimmers sollte stark ausgedünnt werden. Längerfristig wartende Patienten (insbesondere Eltern mit Kindern) können die Praxisräume für einen kurzen Spaziergang zwischenzeitlich verlassen.
  • Aus dem Wartezimmer sollten einzelne Stühle entnommen und die verbleibenden Stühle weiter auseinandergestellt werden, um einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen wartenden Patienten sicherzustellen. Ersatzweise können Patienten gebeten werden, nur jeden zweiten oder dritten Stuhl zu besetzen.
  • Der aktualisierte Patientenhinweis kann Patienten bereits am Praxiseingang nach Anhaltspunkten für eine mögliche Coronvirus-Infektion befragen:
     ⯈ Patientenhinweis für den Praxiseingang  (pdf; 45 kB)
     ⯈ Patientenhinweis (englisch) für den Praxiseingang  (pdf; 48 kB)
     ⯈ Poster Hygienehinweise für die Praxis (pdf; 387 kB)
  • Am Praxiseingang sollte eine Station zur Händedesinfektion eingerichtet werden. Falls ein Patient dieser Einladung nicht freiwillig nachkommt, sollte er ausdrücklich zum Händewaschen aufgefordert werden.
  • Auf dem Fußboden können Linien aus farbigem Klebestreifen oder Teppichklebeband den erweiterten Abstand zwischen Personen sichtbar machen. Dies vermeidet beispielsweise einen engen Kontakt zwischen Patient und Praxispersonal bereits am Empfangstresen.
  • Ein Schichtarbeitsplan für Praxisangestellte kann den ständigen Kontakt auch innerhalb des Praxispersonals verringern und zugleich freie Arbeitszeiten wegen Terminabsagen durch Patienten entzerren. Zwischen den einzelnen Schichten ist eine gegenseitige Information und Übergabe des Praxisbetriebes notwendig.


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Eigenverantwortung und Freiheit des Zahnarztes
zur zahnmedizinischen Behandlung stehen im Vordergrund

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat sich durch die seit März verhängten staatlichen Maßnahmen deutlich verlangsamt. Die Zahl der Neuinfektionen geht glücklicherweise zurück. Auch Thüringer Zahnarztpraxen haben mit ihrem verantwortungsvollen Handeln einen Anteil an dieser ermutigenden Entwicklung.

Dennoch wird der Coronavirus auch die Zahnmedizin noch über eine längere Zeit begleiten. Zahnarztpraxen müssen deshalb aktuell und langfristig mit dieser herausfordernden Situation umgehen.

Neben dem Gesundheitsschutz aller Praxisbeschäftigten und organisatorischen Maßnahmen der Praxisführung zur Eindämmung der Corona-Pandemie muss ein Hauptaugenmerk nun wieder verstärkt auf der Gesundheit der Patienten liegen. Die unbestritten notwendigen und wichtigen Maßnahmen dürfen nicht zu einer Verschlechterung der Zahn- und Mundgesundheit der Bevölkerung führen.

Deshalb gilt:

  • Notwendige zahnmedizinische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen und Behandlungen können risikoadaptiv durchgeführt werden. Sie sind nicht beliebig zeitlich verschiebbar.
  • Liegt eine zahnmedizinische Behandlungsbedürftigkeit vor, können unter Einhaltung der üblichen Hygienevorgaben sowie unter Berücksichtigung der ergänzenden Hygieneempfehlungen grundsätzlich alle Diagnosen und Therapien von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen ausgeführt werden. Dies gilt insbesondere für Patienten ohne nachgewiesene Coronavirus-Infektion oder Verdacht darauf.
  • Aufgrund der Einschätzung des Robert-Koch-Institutes zu den Übertragungswegen des Coronavirus sollten jedoch weiterhin aerosolintensive Behandlungstechniken möglichst vermieden und durch andere Verfahren ersetzt werden.
  • Bei Patienten mit Risikofaktoren (hohes Alter, kardiale Vorerkrankungen, pulmonale Vorerkrankungen (z. B. Asthma, chronische Bronchitis), chronischen Lebererkrankungen, Diabetes mellitus sowie onkologische bzw. immunsupprimierte oder immunreduzierte Patienten) sollte eine zahnmedizinische Behandlung weiterhin nur in unaufschiebbaren Fällen erfolgen. Die Behandlungsindikationen bei diesen Patienten sollen vor allem bei elektiven Eingriffen sehr sorgfältig geprüft werden. Davon unbenommen müssen Schmerz- und Notfallbehandlungen unter Berücksichtigung der besonderen Umstände durchgeführt werden.
  • Die Behandlung gesichert corona-diagnostizierter oder unter Quarantäne stehender Patienten sollte in speziell ausgestatteten Schwerpunktpraxen erfolgen. Die Praxen und deren Kontaktdaten sind im geschützten Internetbereich der KZV Thüringen einsehbar.


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Erweiterte Empfehlung für zahnärztliche Behandlungen:
Entstehung von Aerosolen weitgehend verhindern

Aufgrund der aktualisierten Einschätzung des Robert-Koch-Institutes zu den Übertragungswegen des Coronavirus empfiehlt die Landeszahnärztekammer Thüringen, die Entstehung von Aerosolen in zahnärztlichen Behandlungen weitgehend zu verhindern.

Dabei steht eine wirksame Absaugtechnik im Vordergrund. Ferner sollte folgendes berücksichtigt werden:

  1. Die Verwendung von Schall- und Ultraschallgeräten sollte vermieden werden.
  2. Die Verwendung von Pulverstrahlgeräten sollte vermieden werden.
  3. Die Verwendung von Turbinen sollte vermieden werden.
  4. Antiseptische Mundspülungen können dazu beitragen, eine Infektionsübertragung zu minimieren. Hierbei gibt es Hinweise, dass in Bezug auf das Coronavirus eine 1-prozentige H2O2-Lösung wirkungsvoller als CHX ist.
  5. Die üblichen Schutzmittel (MNS-Maske, Handschuhe) sollten konsequent und ordnungsgemäß getragen werden.
  6. Die zusätzliche Verwendung von Visieren/Schutzschilden bei der zahnärztlichen Behandlung kann die Sicherheit weiter erhöhen.
  7. Jede Form der Behandlung von Risikogruppen (Senioren älter als 70 Jahre, multimorbide Patienten, immunsupprimierte oder immunreduzierte Patienten oder anders einschlägig gesundheitlich vorgeschädigte Patienten) sollte auf ein absolut notwendiges Minimum von Schmerz- bzw. Notbehandlungen reduziert werden.

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Ressourcenschonender Einsatz von Mund-Nase-Schutzmasken und FFP2-Atemschutzmasken

Für eine Notfallsituation, in der Mund-Nase-Schutzmasken und/oder FFP-Atemschutzmasken nicht mehr in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut folgende Maßnahmen zum ressourcenschonenden Einsatz der Masken.


Auf Vorschlag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Bundesministeriums für Gesundheit hat der Krisenstab der Bundesregierung ein Verfahren zur Wiederverwendung von Mund-Nase-Schutzmasken sowie Atemschutzmasken vorgestellt. Danach ist durch Personifizieren und Erhitzen künftig eine höchstens dreimalige Aufbereitung der Masken unter besonderen Sicherheitsauflagen möglich. Das Verfahren kann in Ausnahmefällen nicht ausreichender persönlicher Schutzausrüstung mit vorhandenen Mitteln kurzfristig umgesetzt werden, ohne das Schutzniveau zu senken.

Hinweis vom 29. April 2020: Die Versorgungssituation mit FFP-Masken hat sich stabilisiert. Es besteht keine akute Notfallsituation. Daher wurde die hierbeschriebene Verfahrensanwendung aktuell ausgesetzt.

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Wiederaufnahme von Routinebehandlungen in Senioren- und Pflegeheimen

Die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin empfiehlt, Menschen mit Pflegebedarf nicht wie zwischenzeitlich nur in Notfallsituationen, sondern in enger Absprache mit den Einrichtungsleitungen wieder regulär zahnmedizinisch zu betreuen.

Pflegende und die Angehörige können darauf hingewiesen werden, dass der Mund schon immer ein infektionsträchtiger Ort war und dass zahnärztliche Teams darin geübt sind, ihre Patienten und sich selbst zu schützen. Die Sorge um Covid-19-Erkrankungen darf bei den jetzigen Infektionszahlen kein Grund sein, pflegebedürftige Menschen zahnmedizinisch zu vernachlässigen.

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Corona-Hygienepauschale: GOZ-Extravergütung für Schutzkleidung

- GOZ-Hygienezuschlag bis 30. September 2020 verlängert -

  • Zahnärzte können ab sofort bei jeder Sitzung im Rahmen einer GOZ-Behandlung eine zusätzliche Corona-Hygiene-Pauschale von 14,23 Euro berechnen.
  • Für Versicherte der PKV und Beihilfeberechtigte sowie GKV-Patienten mit einer privaten Zahnzusatzversicherung sollte die Erstattung dieser Extravergütung zunächst bis zum 31. Juli 2020 anerkannt werden. Dies gilt unabhängig davon, ob ein Patient nachgewiesen mit dem Coronavirus infiziert ist. Dieser GOZ-Hygienezuschlag wurde nun bis 30. September 2020 verlängert.
  • Zur Abrechnung des Hygienezuschlags kann die Gebührennummer 3010 GOZ analog zum 2,3-fachen Satz je Sitzung genutzt werden. Auf der Rechnung ist die Gebührennummer mit der Erläuterung „3010 analog – erhöhter Hygieneaufwand“ zu versehen.
  • Bei einer Berechnung des Hygienezuschlags ist die gleichzeitige Berücksichtigung eines erhöhten Hygieneaufwandes zur Faktorsteigerung nicht möglich.

Eine erste Vereinbarung hierzu hatten Bundeszahnärztekammer, der PKV-Verband und die Beihilfestellen in ihrem Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen am 8. April 2020 getroffen. Dieses Verhandlungsergebnis ist ein starkes Signal, dass der private Sektor konstruktiv Lösungen findet, um die derzeitigen Mehrkosten der Praxen für Schutzmittel unbürokratisch auszugleichen.

Einige private Krankenversicherer vertraten daraufhin allerdings die Auffassung, dass die Pauschale an GKV-Patienten mit einer privaten Zusatzversicherung nicht erstattet wird. BZÄK und PKV-Verband haben daraufhin Anfang Mai präzisiert, dass die Erstattung der GOZ-Extravergütung auch für GKV-Patienten mit einer privater Zahnzusatzversicherung gilt.

Beschluss Nr. 34 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen:
Zur Abgeltung der aufgrund der COVID-19-Pandemie deutlich erhöhten Kosten für Schutzkleidung etc. kann der Zahnarzt die Geb.-Nr. 3010 GOZ analog zum 2,3-fachen Satz, je Sitzung, zum Ansatz bringen. Auf der Rechnung ist die Geb.-Nr. mit der Erläuterung „3010 analog – erhöhter Hygieneaufwand“ zu versehen.
Dem entsprechend kann ein erhöhter Hygieneaufwand dann jedoch nicht gleichzeitig ein Kriterium bei der Faktorsteigerung nach § 5 Abs. 2 darstellen.
Dieser Beschluss tritt am 8. April 2020 in Kraft und gilt zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020.
Er erfasst alle in diesem Zeitraum durchgeführten Behandlungen.

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Weiterführende Informationen und Downloads

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Ansprechpartner

Zahnärztin Dr. Anne Bauersachs
Vorstandsreferentin für Praxisführung
E-Mail

Sandra Bäumer
Praxisführung, BuS-Dienst, Validierung, Hygiene
Telefon 0361 7432-133
E-Mail

Michael Westphal
Recht, Justiziariat
Telefon 0361 7432-112
E-Mail


Die vorstehenden Handlungsempfehlungen geben unverbindliche Vorschläge, Muster, Erläuterungen und Anhaltspunkte zur individuellen Umsetzung in der Zahnarztpraxis. Die benannten Maßnahmen und Arbeitsabläufe müssen deshalb vom Praxisinhaber überprüft und den jeweiligen Praxisverhältnissen vor Ort angepasst werden. Die Landeszahnärztekammer Thüringen übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

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