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Produkt-Kennzeichnungen bei Medizinischen Handschuhen

  • Die Landeszahnärztekammer Thüringen verfügt über Hinweise auf einen Lieferengpass besonders bei Einmalhandschuhen in den kommenden Monaten.
  • Die Kammer empfiehlt ein langfristiges Materialmanagement für alle Einwegartikel zum Arbeitsschutz.
  • Beim Kauf von Handschuhen sollten Zahnarztpraxen auf die Produkt-Kennzeichnungen CE, DIN EN 455, DIN EN 374 und einen passenden AQL-Wert achten.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 18. November 2020


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Medizinische Handschuhe dienen der allgemeinen Hygiene und der Vermeidung von Infektionen sowohl zum Schutz des Anwenders als auch zum Schutz des Patienten.

Wie alle Artikel der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) müssen auch die Handschuhe grundsätzlich mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein, sonst dürfen sie im Europäischen Wirtschaftsraum nicht in Verkehr gebracht werden. Mit der CE-Kennzeichnung bescheinigt der Hersteller, dass sein Produkt den europäischen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entspricht.

Medizinische Einmalhandschuhe werden gemäß der Norm DIN EN 455 auf Dichtigkeit, physikalische Eigenschaften, biologische Bewertung (z.B. Proteingehalt, Endotoxingehalt) und Mindesthaltbarkeit getestet.

Zusätzlich gibt der AQL-Wert (Acceptable Quality Level) an, wie groß der Anteil fehlerhafter Handschuhe in einer stichprobenartigen Prüfung innerhalb einer Produktionscharge ist. Medizinische Einmalhandschuhe für die Zahnarztpraxis dürfen einen AQL-Wert von höchstens 1,5 aufweisen. Werte darüber sind für den Gebrauch in der Zahnarztpraxis unzulässig.

Außerdem müssen Medizinische Einmalhandschuhe auch der Norm DIN EN 374 zum Schutz vor Mikroorganismen und Chemikalien entsprechen:
- Eine Kennzeichnung mit dem Piktogramm DIN EN 374-2 gegen bakteriologische Kontamination zeigt an, dass die Handschuhe wirksam gegen Bakterien und Pilzsporen schützen. Sie schützen jedoch nicht vor Viren, die wesentlich kleiner sind als Bakterien und Pilzsporen.
- Die Kennzeichnung mit dem Piktogramm DIN EN 374-3 gegen Chemikalien unterscheidet zwei Arten von Handschuhen:
  1.) Einfache Schutzhandschuhe mit einfachem Chemikalienschutz bieten einen Spritzschutz, sind wasserdicht und können gegen Chemikalien schützen. Sie sind im Piktogramm mit einem Becherglas gekennzeichnet.
  2.) Vollwertige Schutzhandschuhe hingegen schützen vor mindestens drei von zwölf Prüfchemikalien für mindestens 30 Minuten. Die Handschuhe sind im Piktogramm gekennzeichnet mit einem Erlenmeyerkolben, unter dem verschiedene Kennbuchstaben die geprüften Chemikalien angeben.


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Die vorstehenden Handlungsempfehlungen geben unverbindliche Vorschläge, Muster, Erläuterungen und Anhaltspunkte zur individuellen Umsetzung in der Zahnarztpraxis. Die benannten Maßnahmen und Arbeitsabläufe müssen deshalb vom Praxisinhaber überprüft und den jeweiligen Praxisverhältnissen vor Ort angepasst werden. Die Landeszahnärztekammer Thüringen übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

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