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Bei Lohnersatzleistungen verpflichtende Steuererklärung berücksichtigen und mögliche Steuernachforderung einplanen

  • Praxisbeschäftigte, die im Jahr 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld oder andere Lohnersatzleistungen erhalten haben, müssen eine Einkommenssteuererklärung abgeben.
  • Insbesondere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die teilweise Kurzarbeitergeld bezogen haben, sollten sicherheitshalber eine mögliche Nachforderung des Finanzamtes zur Einkommensteuer einplanen.
  • Die Landeszahnärztekammer Thüringen empfiehlt allen Praxisinhaberinnen und Praxisinhabern, ihre Angestellten darüber aufzuklären, dass die Erstellung einer Steuererklärung unter Umständen verpflichtend ist und Steuernachforderungen der Finanzbehörden drohen.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 30. März 2021


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In vielen Thüringen Zahnarztpraxen haben angestellte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jahr 2020 vielfältige Lohn- und Einkommensersatzleistungen erhalten. Darunter waren zum Beispiel:

  • Kurzarbeitergeld,
  • Verdienstausfallentschädigung aufgrund Quarantäne und Praxisschließung oder zur Betreuung von Kindern bei geschlossenen Kindergärten und Schulen,
  • Krankengeld,
  • Kinderkrankengeld,
  • Mutterschaftsgeld sowie
  • Elterngeld.

Grundsätzlich sind diese Ersatzzahlungen in nahezu allen Fällen steuerfrei. Sie unterliegen also bei ihrer Auszahlung nicht direkt der Lohnsteuer.

Auf das gesamte Kalenderjahr gesehen werden Ersatzleistungen allerdings dem zu versteuernden Einkommen zugerechnet und führen so zu einem höheren Steuersatz für das steuerpflichtige Einkommen (Progressionsvorbehalt). Das Finanzamt wird daher eine Steuernachzahlung einfordern, wenn die vorausgezahlte Lohnsteuer nicht ausreicht, um die gesamte Steuerforderung des Jahres abzudecken.

Um die Höhe der anfallenden Einkommenssteuer für das gesamte Kalenderjahr 2020 zu errechnen, müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im vergangenen Jahr mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld oder andere Lohnersatzleistungen erhalten haben, eine Einkommensteuererklärung erstellen.

Bei Kurzarbeitergeld hängt die spätere Steuerhöhe (neben vielen anderen Faktoren) unter anderem vom Grad der Kurzarbeit und von der bereits gezahlten Lohnsteuer ab:

Beispiel 1: Eine Praxisbeschäftigte war über Monate in teilweiser Kurzarbeit zu 50 Prozent. Sie hat jeweils ein paar Tage pro Woche normal gearbeitet und für die übrigen Tage Kurzarbeitergeld erhalten.
In diesem Fall wurden vom verringerten Arbeitslohn möglicherweise zu wenig Steuern bezahlt. Eine Steuernachforderung des Finanzamtes ist wahrscheinlich.

Beispiel 2: Eine Praxisbeschäftigte war für einige Monate zu 100 Prozent in Kurzarbeit und hat dabei ausschließlich Kurzarbeitergeld bezogen. Während der übrigen Monate des Jahres hat die Beschäftigte regulär gearbeitet.
In diesem Fall sind vom regulären Arbeitslohn möglicherweise bereits so viele Steuern abgezogen, dass damit die gesamte Steuerforderung des Jahres beglichen und sogar eine Steuerrückerstattung denkbar ist.

Ergänzende Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld sind während der Coronavirus-Pandemie vorübergehend steuerfrei, soweit diese

  • für Beschäftigungszeiträume zwischen einschließlich 1. März 2020 und einschließlich 31. Dezember 2021 gezahlt wurden/werden und
  • der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld bis höchstens 80 Prozent bzw. mit Kindern 87 Prozent des monatlichen Nettolohnes aufstockt.

Auch Verdienstausfall-Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz sind steuerfrei. Leistete der Arbeitgeber im Jahr 2020 allerdings freiwillige Ergänzungszahlungen über die gesetzliche Entschädigungshöhe hinaus, sind diese wiederum steuerpflichtig.


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Die vorstehenden Handlungsempfehlungen geben unverbindliche Vorschläge, Muster, Erläuterungen und Anhaltspunkte zur individuellen Umsetzung in der Zahnarztpraxis. Die benannten Maßnahmen und Arbeitsabläufe müssen deshalb vom Praxisinhaber überprüft und den jeweiligen Praxisverhältnissen vor Ort angepasst werden. Die Landeszahnärztekammer Thüringen übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

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