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Verpflichtendes Testangebot für Beschäftigte in Zahnarztpraxen:
Zwei Tests pro Woche für angestelltes Praxispersonal

  • Zahnarztpraxen müssen ihren Beschäftigten verpflichtend zwei Coronavirus-Tests pro Woche ermöglichen. Dies gilt für ungeimpfte und geimpfte Beschäftigte gleichermaßen.
  • Die Durchführung der angebotenen Schnelltests ist für die Beschäftigten freiwillig. Die Landeszahnärztekammer Thüringen empfiehlt, den Verzicht einzelner Arbeitnehmer auf das Testangebot des Arbeitgebers zu dokumentieren.
  • Vertragszahnärzte können die Sachkosten der PoC-Antigen-Schnelltests für alle in der Praxis tätigen Personen weiterhin bis zu 6,00 Euro je Test abrechnen.
  • Antigen-Schnelltests bei Patienten können Zahnärzte entweder auf eigene Kosten oder auf Basis einer privaten Selbstzahlung des Patienten anbieten. Eine zahnärztliche Behandlung kann nicht grundsätzlich von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden.
  • Sowohl bei Testung von Personal und Patienten durch den Praxisinhaber als auch bei der Testung von Patienten durch Praxisbeschäftigte müssen Zahnarztpraxen ein positives Testergebnisdem zuständigen Gesundheitsamt melden. Die positiv getestete Person muss schriftlich dokumentiert darüber aufgeklärt werden, dass sie sich bis zu einer behördlichen Entscheidung selbstständig absondern und bei auftretenden Symptomen ebenfalls das Gesundheitsamt informieren muss.
     


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23. April 2021


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Am 20. April 2021 ist eine geänderte Coronavirus-Arbeitsschutzverordnung in Kraft getreten, die neue Bestimmungen zu regelmäßigen betrieblichen Angeboten für Testungen enthält. Die Verordnung gilt zunächst bis zum 30. Juni 2021.

Fortan müssen Zahnarztpraxen ihren Beschäftigten verpflichtend zwei Coronavirus-Tests pro Woche anbieten. Nach der bisherigen Arbeitsschutzverordnung war dieses Testangebot noch freiwillig. Praxen können PoC-Antigen-Schnelltests für eine Testung durch den Praxisinhaber anbieten oder dem Personal zur Selbstanwendung aushändigen.

Üblicherweise führen Zahnarztpraxen bereits auf Grundlage der weiterhin geltenden Coronavirus-Testverordnung eine zweimalige Testung aller in der Praxis tätigen Personen durch. Praxisinhaber/Arbeitgeber erfüllen damit zugleich die verpflichtenden Anforderungen des Arbeitsschutzes für ihre angestellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Arbeitsschutzverordnung unterscheidet nicht zwischen geimpften und ungeimpften Arbeitnehmern. Entsprechend müssen Zahnarztpraxen allen Beschäftigten üblicherweise zwei Tests pro Woche anbieten. Für Personal, das bei Tätigkeiten ohne Patientenkontakt keinem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt ist, gilt das verpflichtende Angebot eines Testes pro Woche. Für Praxispersonal, welches ausschließlich im Homeoffice arbeitet, besteht keine Verpflichtung zum Testangebot.

Die tatsächliche Durchführung der angebotenen Schnelltests ist für die Beschäftigten freiwillig. Die Landeszahnärztekammer Thüringen empfiehlt daher, den Verzicht einzelner Arbeitnehmer auf das Testangebot des Arbeitgebers zu dokumentieren.

Die Zahnarztpraxis muss ihre Nachweise über die Beschaffung von Tests (oder Vereinbarungen mit Dritten über die Testung der Beschäftigten) vier Wochen aufbewahren. Sollte eine Beschaffung von Tests wegen Lieferengpässen nicht möglich sein, dient eine Bestellbescheinigung als Nachweis.


Verfahren bei positivem Testergebnis

Die Anwendung von Antigen-Schnelltests steht prinzipiell jeder Person offen. Entsprechend dürfen diese Tests sowohl von zahnärztlichen als auch von nichtzahnärztlichen Personen angewendet werden.

Sowohl bei Testung von Personal und Patienten durch den Praxisinhaber als auch bei der Testung von Patienten durch Praxisbeschäftigte müssen Zahnarztpraxen ein positives Testergebnis dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Überdies sollte die getestete Person an ihre Hausarztpraxis zur ggf. weiteren Abklärung mittels PCR-Test verwiesen werden.

Führen Beschäftigte ihre Tests selbstständig durch, ist der Praxisinhaber nicht zur Mitteilung eines positiven Testergebnisses verpflichtet. In diesem Fall sollte der Praxisinhaber sein Personal jedoch zur Meldung eines positiven Ergebnisses sensibilisieren.

Eine positiv getestete Person muss darüber aufgeklärt werden, dass sie sich bis zu einer behördlichen Entscheidung selbstständig absondern und bei auftretenden Symptomen ebenfalls das Gesundheitsamt informieren muss. Diese Aufklärung ist schriftlich zu dokumentieren und auf Verlangen dem zuständigen Gesundheitsamt vorzulegen.


Bezug und Abrechnung der Schnelltests für Praxispersonal

PoC-Antigen-Schnelltests können beispielsweise über den Dentalhandel bezogen werden. Schnelltests müssen die durch das Paul-Ehrlich-Institut und das Robert-Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien erfüllen, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlicht hat.

Für Vertragszahnärzte hat die KZV Thüringen mit der KV Thüringen ein vereinfachtes Abrechnungsverfahren vereinbart und allen Thüringer Vertragszahnärzten mit Sonderrundschreiben vom 20. November 2020 und 19. März 2021 mitgeteilt.


Antigen-Schnelltests bei Patienten

Zahnärzte können Antigen-Schnelltests weiterhin bei Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis einer privaten Selbstzahlung des Patienten anbieten. Hierbei ist auf das Selbstbestimmungsrecht des Patienten zu achten. Eine zahnärztliche Behandlung kann nicht grundsätzlich von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden.

Vor der Durchführung kostenpflichtiger Schnelltests sollten Zahnarztpraxen mit einem Steuerberater über mögliche steuerliche Aspekte insbesondere zur Gewerbesteuerpflicht sprechen. Darüber hinaus empfehlenswert ist eine verbindliche Klärung mit der Berufshaftpflichtversicherung, ob die Testungen vom Versicherungsschutz umfasst sind.


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Die vorstehenden Handlungsempfehlungen geben unverbindliche Vorschläge, Muster, Erläuterungen und Anhaltspunkte zur individuellen Umsetzung in der Zahnarztpraxis. Die benannten Maßnahmen und Arbeitsabläufe müssen deshalb vom Praxisinhaber überprüft und den jeweiligen Praxisverhältnissen vor Ort angepasst werden. Die Landeszahnärztekammer Thüringen übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

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