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Antigen-Schnelltests bei Patienten und Praxispersonal

  • Die Anwendung von Antigen-Schnelltests steht prinzipiell jeder Person offen. Entsprechend können diese Tests in Zahnarztpraxen sowohl von zahnärztlichen als auch von nichtzahnärztlichen Personen angewendet werden.
  • Zahnärzte können Antigen-Schnelltests bei Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis einer privaten Selbstzahlung des Patienten anbieten. Eine zahnärztliche Behandlung kann nicht grundsätzlich von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden.
  • Zahnärzte dürfen in der eigenen Praxis tätige Personen einmal wöchentlich durch einen Antigen-Schnelltest testen. Dies schließt auch externe Dienstleister ein. Vertragszahnärzte können die Sachkosten für selbst beschaffte Schnelltests mit bis höchstens 9,00 Euro je Test abrechnen.
  • Ein positives Ergebnis eines Antigen-Schnelltests müssen Zahnarztpraxen dem zuständigen Gesundheitsamt melden. Die positiv getestete Person muss schriftlich dokumentiert darüber aufgeklärt werden, dass sie sich bis zu einer behördlichen Entscheidung selbstständig absondern und bei auftretenden Symptomen ebenfalls das Gesundheitsamt informieren muss.
     


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24. Februar 2021


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Die Anwendung von PoC-Antigen-Schnelltests steht prinzipiell jeder Person offen. Entsprechend dürfen diese Tests sowohl von zahnärztlichen als auch von nichtzahnärztlichen Personen angewendet werden. Die Anwendung von PCR-Tests hingegen unterliegt dem Arztvorbehalt und ist Zahnärzten nicht gestattet.

Eine Pflicht für Zahnarztpraxen einerseits oder ein Anspruch von Praxispersonal und Patienten andererseits zur Durchführung von Schnelltests besteht nicht. Schnelltests dürfen nur bei asymptomatischen Personen durchgeführt werden.

Antigen-Schnelltests bei Patienten

Zahnärzte können Antigen-Schnelltests bei Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis einer privaten Selbstzahlung des Patienten anbieten. Hierbei ist auf das Selbstbestimmungsrecht des Patienten zu achten. Eine zahnärztliche Behandlung kann nicht grundsätzlich von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden.

Vor der Durchführung kostenpflichtiger Schnelltests sollten Zahnarztpraxen mit einem Steuerberater über mögliche steuerliche Aspekte insbesondere zur Gewerbesteuerpflicht sprechen. Darüber hinaus empfehlenswert ist eine verbindliche Klärung mit der Berufshaftpflichtversicherung, ob die Testungen vom Versicherungsschutz umfasst sind.

Antigen-Schnelltests bei Praxispersonal

Außerdem können Zahnarztpraxen alle Personen, die in der Praxis tätig sind oder tätig werden sollen, mit Antigen-Schnelltests testen. Dies schließt neben dem Praxispersonal auch freie Mitarbeiter oder externe Dienstleister mit ein, die sich regelmäßig in der Praxis aufhalten. Hierzu können Praxen bis zu zehn Schnelltests pro Monat und tätiger Person in eigener Verantwortung beschaffen und nutzen. Testungen können pro Person einmal pro Woche durchgeführt werden. Es bedarf weder der Übermittlung eines Testkonzepts an das kommunale Gesundheitsamt noch einer entsprechenden Genehmigung durch das Amt.

Verfahren bei positivem Testergebnis

Sowohl bei der Testung von Patienten als auch bei der Testung von Praxispersonal müssen Zahnarztpraxen ein positives Ergebnis eines Antigen-Schnelltests dem zuständigen Gesundheitsamt melden und sollten die getestete Person an ihre Hausarztpraxis zur ggf. weiteren Abklärung mittels PCR-Test verweisen.

Die positiv getestete Person muss darüber aufgeklärt werden, dass sie sich bis zu einer behördlichen Entscheidung selbstständig absondern und bei auftretenden Symptomen ebenfalls das Gesundheitsamt informieren muss. Diese Aufklärung ist schriftlich zu dokumentieren und auf Verlangen dem zuständigen Gesundheitsamt vorzulegen.

Bezug und Berechnung

PoC-Antigen-Schnelltests können beispielsweise über den Dentalhandel bezogen werden. Die Tests müssen die durch das Paul-Ehrlich-Institut und das Robert-Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien erfüllen, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlicht hat.

Sofern Vertragszahnarztpraxen die in ihrer Praxis tätigen Personen testen, können sie die Sachkosten für selbst beschaffte Schnelltests mit bis höchstens 9,00 Euro je Test abrechnen. Zur Abrechnung hat die KZV Thüringen mit der KV Thüringen ein vereinfachtes Verfahren vereinbart und allen Thüringer Vertragszahnärzten mit Sonderrundschreiben vom 20. November 2020 mitgeteilt.


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Die vorstehenden Handlungsempfehlungen geben unverbindliche Vorschläge, Muster, Erläuterungen und Anhaltspunkte zur individuellen Umsetzung in der Zahnarztpraxis. Die benannten Maßnahmen und Arbeitsabläufe müssen deshalb vom Praxisinhaber überprüft und den jeweiligen Praxisverhältnissen vor Ort angepasst werden. Die Landeszahnärztekammer Thüringen übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

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