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GOZ-Hygienepauschale
nochmals verlängert bis 30. September 2021

  • Die privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen haben ihre Erstattung der GOZ-Hygienepauschale im 1,0-fachen Basissatz über 6,19 Euro für PKV-Versicherte, Beihilfeberechtigte sowie Patienten mit privater Zahnzusatzversicherung nochmals verlängert bis zum 30. September 2021.
  • Zahnärzte können zur Abrechnung des Hygienezuschlags weiterhin die Gebührennummer 3010 GOZ analog zum 1,0-fachen Satz je Behandlungssitzung nutzen. Auf der Privatrechnung ist die Gebührennummer mit der Erläuterung „3010 analog – erhöhter Hygieneaufwand“ zu versehen. Die alleinstehende Berechnung des Zuschlages an GKV-Patienten ohne eine weitergehende Behandlung im Rahmen der GOZ ist nicht zulässig.
  • Die Abbildung des erhöhten Hygieneaufwandes ist alternativ auch über die Anpassung des Steigerungsfaktors für besondere Umstände bei der Behandlung nach § 5 Abs. 2 GOZ möglich. In diesem Fall ist die zusätzliche Berechnung der GOZ-Hygienepauschale nicht zulässig.
  • Ebenso kann der erhöhte Hygieneaufwand im Rahmen einer freien Vereinbarung nach § 2 Abs. 1 GOZ liquidiert werden. Diese muss vor dem Beginn der Behandlung mit dem Patienten schriftlich abgeschlossen werden.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28. Juni 2021


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Die von der Bundeszahnärztekammer, dem Verband der Privaten Krankenversicherungen und den Beihilfestellen von Bund und Ländern vereinbarte Erstattung einer zusätzlichen Hygienepauschale nach GOZ-Gebührenposition 3010a wird durch PKV und Beihilfe nochmals verlängert bis zum 30. September 2021. PKV-Versicherte, Beihilfeberechtigte sowie Patienten mit privater Zahnzusatzversicherung erhalten für Behandlungstermine in diesem Zeitraum weiterhin eine Pauschale in Höhe des 1,0-fachen GOZ-Basissatzes von 6,19 Euro erstattet.

Bereits Anfang April 2020 hatten sich BZÄK, PKV und Beihilfe im gemeinsamen Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen auf eine Extravergütung im 2,3-fachen Standardsatz mit 14,23 Euro pro Behandlungssitzung verständigt, um die in der Coronavirus-Pandemie deutlich gestiegenen Kosten für Schutzkleidung und Desinfektionsmaterialien abzufedern. Diese Regelung wurde im Oktober 2020 zwar verlängert, die Erstattungshöhe allerdings auf den 1,0-fachen Basissatz reduziert.

Landeszahnärztekammer Thüringen und Bundeszahnärztekammer sind weiterhin der Ansicht, dass die jetzige Pauschale den erhöhten Hygieneaufwand bei zahnärztlichen Behandlungen nicht ausreichend berücksichtigt. Die BZÄK setzt sich daher in ihren Verhandlungen unverändert für eine Rückkehr zum früheren Erstattungsbetrag ein.

Zusammenfassend können in privatzahnärztlichen Behandlungen die pandemiebedingt deutlich gestiegenen Hygienekosten über drei Möglichkeiten berechnet werden:

  1. Anwendung eines erhöhten Steigerungssatzes für besondere Umstände bei der Behandlung nach § 5 Abs. 2 GOZ. In diesem Fall ist die zusätzliche Berechnung der GOZ-Hygienepauschale nicht zulässig.
  2. Freie Vereinbarung mit dem Patienten nach § 2 Abs. 1 GOZ. Diese muss vor dem Beginn der Behandlung mit dem Patienten schriftlich abgeschlossen werden.
  3. Nutzung der Gebührennummer 3010 analog zum 1,0-fachen Satz.

Welchen Weg der Zahnarzt wählt, ist seiner unternehmerischen Entscheidung unter Berücksichtigung der individuellen betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten vorbehalten.

Die erhöhten Kosten der Praxishygiene können je nach Höhe der Gebühr entweder ein Teil der Begründung eines erhöhten Steigerungssatzes oder deren alleinige Begründung sein. Eine alleinige Begründung ist jedoch pro Behandlungssitzung nur bei einer der erbrachten Leistungen und nicht bei zusätzlich erbrachten Begleitleistungen möglich.


Beschluss Nr. 40 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen:
Zur Abgeltung der aufgrund der COVID-19-Pandemie immer noch bestehenden erhöhten Aufwände für Schutzkleidung etc. kann der Zahnarzt die Geb.-Nr. 3010 GOZ analog zum Einfachsatz (= 6,19 Euro) je Sitzung zum Ansatz bringen.
Auf der Rechnung ist die Geb.-Nr. mit der Erläuterung „3010 analog erhöhter Hygieneaufwand“ zu versehen. Dem entsprechend kann ein erhöhter Hygieneaufwand dann jedoch nicht gleichzeitig ein Kriterium bei der Faktorsteigerung nach § 5 Abs. 2 darstellen.
Dieser Beschluss tritt am 1. Juli 2021 in Kraft und gilt befristet bis zum 30. September 2021. Er erfasst alle in diesem Zeitraum durchgeführten Behandlungen.


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Die vorstehenden Handlungsempfehlungen geben unverbindliche Vorschläge, Muster, Erläuterungen und Anhaltspunkte zur individuellen Umsetzung in der Zahnarztpraxis. Die benannten Maßnahmen und Arbeitsabläufe müssen deshalb vom Praxisinhaber überprüft und den jeweiligen Praxisverhältnissen vor Ort angepasst werden. Die Landeszahnärztekammer Thüringen übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben.

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