Zahnarzt Adolph Witzel
Namensgeber der Fortbildungsakademie der Landeszahnärztekammer Thüringen
Die Fortbildungsakademie der Landeszahnärztekammer Thüringen trägt den Namen „Adolph Witzel“. Sie ehrt damit einen besonderen Thüringer Zahnarzt und Wissenschaftler für seine Verdienste.
Adolph Witzel wurde 1847 in Bad Langensalza geboren. Er studierte von 1866 bis 1868 Zahnheilkunde in Berlin und führte nach seiner Approbation bald eine umfangreiche Privatpraxis in Essen. Später übergab er seine Praxis an seinen Bruder Karl, studierte zusätzlich von 1882 bis 1884 Medizin in Heidelberg und promovierte 1884 über „Die Indikation der chirurgischen und technischen Behandlung der Gaumendefekte nebst Beiträgen zur Zwischenkieferfrage“.
1891 kehrte Adolph Witzel nach Thüringen zurück. Er stellte einen Antrag zur Habilitation und für die Genehmigung zur Errichtung eines Zahnärztlichen Institutes in Jena. Die Jenaer Universität hatte starkes Interesse an einem solchen Institut. Dennoch finanzierte Adolph Witzel das Vorhaben aus eigenen Mitteln. Das Großherzogliche Sächsische Staatsministerium erteilte die Genehmigung zur Habilitation.
Nach seiner Antrittsvorlesung gründete er 1893 ein Zahnärztliches Lehrinstitut, das für die damalige Zeit sehr modern eingerichtet war. Die Zahl der Studenten wuchs und Jena stand mit dem Beginn der zahnärztlichen Lehre an Universitäten an 17. Stelle. Adolph Witzel hatte damit die über 100-jährige Tradition der Ausbildung von Zahnmedizinern in Thüringen begründet. 1901 ließ er sich aus gesundheitlichen Gründen als Institutsleiter beurlauben.
Adolph Witzel verstarb 1906.
Professor Adolph Witzel, Wegbereiter der wissenschaftlichen Zahnheilkunde (1847–1906)
(Ölgemälde 1978 des Meißner Porzellanmalers Heinz Löffler (1913–2008), ZZMK am Universitätsklinikum Jena)
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