Curriculum „Endodontologie“

Das Curriculum „Endodontologie“ stellt eine in sich abgeschlossene Folge von Fortbildungskursen dar, um Zahnärzten eine Aktualisierung und Vertiefung von Kenntnissen auf diesem Fachgebiet zu ermöglichen.

Es basiert auf der Zielstellung der oralen Rehabilitation des Patienten und schließt folglich die komplexe Therapieplanung sowie Verbindungen zu präventiven und therapeutischen Maßnahmen der Zahnerhaltung, Parodontologie, Prothetik sowie der zahnärztlichen Chirurgie und weiteren relevanten medizinischen Fachgebieten mit ein.

Kurszeiten:
Jeweils freitags 14:00–19:00 Uhr und samstags 9:00–16:00 Uhr.

Teilnahme:
Teilnahmegebühr auf Anfrage.

Aktuelle Kurse im Curriculum Endodontologie

Inhalte und Kurse

Kurs 1: Präendodontie – Pathologie und Diagnostik

  • Pathologie von Pulpa und periapikalem Gewebe
  • Diagnostik und Differentialdiagnostik endodontisch bedingter Schmerzen
  • Abgrenzung zu projizierten Beschwerden
  • Bildgebende Verfahren (konvent / digi / DVT etc.), radiologische Diagnostik
  • Indikation und Kontraindikation endodontischer Therapie / Selektion der Behandlungsfälle
  • Aseptik: Kofferdam, Techniken, Hilfsmittel
  • Präendodontischer Aufbau
  • endodontische Roadmap (Entstehung in der Zahnentwicklung, „Auslesen“)
  • Fallpräsentationen
     

Kurs 2: Endodontie I – Chemo-mechanische Aufbereitung

  • Anatomie des Wurzelkanalsystems
  • Intrakoronale Diagnostik mit Lupe oder OPMi
  • Planung des endodontischen Vorgehens anhand der diagnostischen Unterlagen
  • Präparation von Zugangskavität (Ausdehnung, geradliniger Zugang, spezielle rot. Instrumente, Ultraschallinstrumente)
  • Gleitpfad (Bedeutung, Techniken der Erschließung)
  • Bestimmung der Arbeitslänge
  • Röntgenaufnahmen im Behandlungsverlauf
  • grundlegende manuelle Aufbereitungstechniken
  • WKA – Rotierende Systeme und Aufbereitungstechniken
  • Fehler bei der Aufbereitung und deren Vermeidung, Management
  • Revisionsbehandlung

Kurs mit Arbeitsplatzmikroskopen
Praktische Übungen an extrahierten Zähnen und Fallbesprechung
 

Kurs 3: Endodontie II – Desinfektion und Obturation von Wurzelkanalsystemen

  • Mikrobiologie in der Endodontologie
  • Irrigation, Spülprotokoll, zu beachtende Wechselwirkungen
  • Aktivierung von Spüllösungen
  • Desinfektion mit physikalischen Methoden
  • Medikamentöse Einlagen: Wann, Welche, Wie lange
  • temporärer Verschluss
  • Ziele der Wurzelkanalfüllung
  • Vorraussetzungen zur Wurzelkanalfüllung
  • Materialien (Guttapercha, Sealer: Bedeutung der phys. Eigenschaften)
  • Verschiedene Fülltechniken,deren Indikation und Wertung (Einstift, lat. Kondensation, Carrier, warm vert. Kondensation), (2 Methoden vertieft)

Praktische Übung an extrahierten Zähnen und Fallbesprechung


Kurs 4: Postendodontische Versorgung

  • Bedeutung der koronalen Restauration für den langfristigen Erfolg
  • Zeitpunkt der definitiven koronalen Restauration
  • Restauration in Abhängigkeit vom Grad des koronalen Substanzverlustes
  • Restaurationsmöglichkeiten bei großem Zerstörungsgrad der klinischen Krone (Adhäsive Techniken)
  • Stiftsysteme und deren Indikation
  • Gesamtkonzepte prothetischer Rehabilitation mit endodontisch behandelten Zähnen (Pfeilerwertigkeit, Einbeziehung etc.)
  • Bleaching
  • Recall, Erfolgskontrolle und -bewertung
  • Fallpräsentationen


Kurs 5: WSR minimalinvasiv – mikrochirurgische Techniken + Trauma und Zahnerhaltung

Kurs 5.1: WSR minimalinvasiv – mikrochirurgische Techniken
       

  • Entscheidungsfindung aus chirurgischer Sicht
  • Revision oder WSR, Erhalt oder Ersatz
  • Techniken der Endochirurgie
  • Materialien für den retrograden Verschluss
  • intentionelle Replantation
  • Wurzelamputation / Paro-Endo-Defekte

Praktische Übungen an extrahierten Zähnen und Fallbesprechung.     
 

Kurs 5.2: Trauma und Zahnerhaltung

  • Akutbehandlung von Traumata
  • Kronenfraktur / Kronen-Wurzelfraktur mit / ohne Pulpaeröffnung
  • Dislokationsverletzungen
  • Recallbetreuung bei Traumata
  • Therapie von Spätfolgen (Resorptionen, Obliteration etc.)
  • „Apical plug“-Verschluss des weit offenen Kanals unterschiedlicher Genese
  • Behandlung von Resorptionen, Perforationen
  • Vitalerhaltende Maßnahmen: Überkappungen, Pulpotomien
  • Endodontische Behandlung von Milchzähnen: Möglichkeiten und Grenzen (Vitalerhaltende Massnahmen, Pulpotomie, Wurzelkanalbehandlung)
  • Endodontische Behandlung von Zähnen der bleibenden Dentition mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum
  • Revascularisierungs- / Revitalisierungstherapien
  • Prämolarentransplantation
  • Biokeramische Materialien
  • Fallbesprechungen
     

Kurs 6: Aufbereitung / Probleme der Endodontie
 

Kurs 6.1: Aufbereitung

  • Vertiefung der praktischen Inhalte von Kurs 2 (Aufbereitung) und 3 (Obturation)
  • Kofferdam
  • nützliches Instrumentarium bei der Mikroskopbehandlung
  • Aufbereitung eines extrahierten Zahnes (oberer 6er)
  • gibt es immer einen mb2? – Auffinden zusätzlicher Kanäle


Kurs 6.2: Probleme der Endodontie

  • Endodontie im Milchgebiss:
    – Möglichkeiten und Grenzen
    – Behandlung endodontischer Schmerzfälle
  • Zwischenfälle bei der Wurzelkanalspülung:
    – Prävention und Management
    – Instrumentenfrakturen: Prävention und Management


7: Hospitation (obligatorisch für Fortbildungszertifikat)


8: Supervision (obligatorisch für Fortbildungszertifikat)


9: Abschlussgespräch (obligatorisch für Fortbildungszertifikat)


Änderungen vorbehalten.

Referentinnen und Referenten

  • Dr. Michael Arnold, Jena
  • Dr. Henning Bahnemann, Wiesbaden
  • Dr. med. dent. Steffi Baxter, Göttingen
  • Benedikt Bock, Erfurt
  • Prof. Dr. Klaus Böning, Dresden
  • Prof. Dr. Christian Gernhardt, Halle
  • Dr. Joachim Hoffmann, Jena
  • Dr. Michael Hülsmann, Göttingen
  • Dr. Barbara Kurtz, Jena
  • Dipl.-Stomat. Elvira Lehmann, Wutha-Farnroda
  • Prof. Dr. Edgar Schäfer, Münster

 

Änderungen vorbehalten.

Allgemeine Informationen

Ablauf und Inhalt

Das Curriculum „Endodontologie“ stellt eine in sich abgeschlossene Folge von Fortbildungskursen dar, um Zahnärzten eine Aktualisierung und Vertiefung von Kenntnissen auf diesem Fachgebiet zu ermöglichen.

Es basiert auf der Zielstellung der oralen Rehabilitation des Patienten und schließt folglich die komplexe Therapieplanung sowie Verbindungen zu präventiven und therapeutischen Maßnahmen der Zahnerhaltung, Parodontologie, Prothetik sowie der zahnärztlichen Chirurgie und weiteren relevanten medizinischen Fachgebieten mit ein.

Das Curriculum besteht aus 6 Wochenendkursen mit insgesamt 84 Stunden, für die Teilnehmer besteht Päsenzpflicht.

Den Teilnehmern wird freigestellt, die Hospitation und Supervision sowie das Abschlussgespräch zu absolvieren und das Curriculum mit dem Fortbildungszertifikat „Endodontologie“ abzuschließen.

Der Schwerpunkt besteht neben der Vermittlung von theoretischem Wissen aus praktischen Übungen. Im kollegialen Gespräch können anhand eigener geplanter und versorgter Patienten endodontologische Therapiemaßnahmen vorgestellt und diskutiert werden. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer erhalten Teilnahmebestätigungen für die Absolvierung der einzelnen Wochenendkurse und des gesamten Curriculum.

Das Curriculum ermöglicht den Teilnehmern den Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse, die gemäß der Richtlinie und § 17 der Berufsordnung zum Ausweisen des Tätigkeitsschwerpunktes „Endodontologie“ berechtigen.
 

Fortbildungszertifikat

Das Fortbildungszertifikat „Endodontologie“ der Landeszahnärztekammer Thüringen wird Zahnärztinnen und Zahnärzten zuerkannt, die nachfolgende Voraussetzungen erfüllt haben.

  1. Curriculum „Endodontologie“
  2. Erwerb und Nachweis praktischer Fähigkeiten
    • Hospitation und Supervision nach Vorgabeprotokoll 1 Tag Hospitation, mindestens die Behandlung eines Wurzelkanals einschließlich der Wurzelfüllung als Supervision (möglichst in der Praxis des Teilnehmers)
    • Dokumentation von 45 selbstversorgten endodontologischen Behandlungsfällen gemäß Anforderungskatalog
  3. Abschlussgespräch

Eine Hospitation beinhaltet die Begleitung endodontologischer Behandlungen in einer Praxis oder Klinik, soweit diese die hierfür geltenden Anforderungen nach Maßgabe der Arbeitsgruppe „Endodontologie“ der Landeszahnärztekammer Thüringen erfüllen.

Für die Supervision therapiert jeder Teilnehmer mindestens zwei Behandlungsfälle.

Die Supervision kann unter Aufsicht in einer Praxis oder Klinik erfolgen, soweit diese die hierfür geltenden Anforderungen nach Maßgabe der Arbeitsgruppe „Endodontologie“ der Landeszahnärztekammer Thüringen erfüllt. Hospitation und Supervision sind nach Vorgabeprotokoll zu bestätigen.

Die Vorbereitung, Planung und rechtlichen Beziehungen liegen in der Verantwortung und der Hand des Kursteilnehmers. Zum kollegialen Abschlussgespräch kann sich anmelden, wer das Curriculum „Endodontologie“ absolviert hat und innerhalb von zwei Jahren nach dessen Abschluss die geforderten Nachweise über praktische Fähigkeiten erbringen kann.

Das Abschlussgespräch wird von einer von der Landeszahnärztekammer Thüringen beauftragten Kommission geleitet und findet in der Landeszahnärztekammer statt. Das Abschlussgespräch dauert ca. 30 Minuten. Die Teilnehmer bringen die gesamte Dokumentation der 45 selbstversorgten Fälle mit. Drei dieser Fälle sollen im Abschlussgespräch diskutiert werden. Das Ergebnis des Abschlussgespräches ist zu dokumentieren und zu bewerten.

Das Abschlussgespräch ist gebührenpflichtig.


Änderungen vorbehalten.

Monika Westphal

Fortbildung /
Kurse ZÄ, ZFA

 0361 7432-108
 0361 7432-270
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Kerstin Held

Fortbildung /
Kurse ZÄ, ZFA

 0361 7432-107
 0361 7432-270
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