Curriculum „Kinder- und Jugendzahnheilkunde“

Das Curriculum "Kinder- und Jugendzahnheilkunde“ stellt eine in sich abgeschlossene Folge von Fortbildungskursen dar, um Zahnärzten eine Aktualisierung und Vertiefung von Kenntnissen auf diesem Fachgebiet zu ermöglichen.

Die Fortbildungsinhalte des Curriculum werden in einem aus drei Wochenendkursen bestehenden Block und in drei folgenden Einzelkursen angeboten.

Kurszeiten:

Freitag:
Samstag: 
 
14:00-18:00 Uhr
09:00-15:00 Uhr
 

Teilnahmegebühr:

Auf Anfrage.

Die Basiskurse 1–4 sind nur im Paket buchbar.
Die Aufbaukurse 5–6 sind einzeln buchbar.

Allgemeine Informationen zum Curriculum

Ablauf und Inhalt

Als strukturierte Fortbildung  stellt das „Curriculum Kinder- und Jugendzahnheilkunde“ eine in sich abgeschlossene Folge von Fortbildungskursen dar, um Zahnärzten eine umfassende Aktualisierung und Vertiefung von Kenntnissen auf diesem Fachgebiet zu ermöglichen. Die Fortbildungsinhalte des Curriculums werden in Form eines aus 3 Wochenendkursen bestehenden Blocks und drei folgenden Einzelkursen angeboten.

Das Curriculum umfasst alltagsrelevante Themen – von der Vorbereitung und Herstellung der Behandlungsbereitschaft über Prävention, Kariestherapie, Endodontie und Trauma bis hin zu interdisziplinären Behandlungsstrategien wie Betreuung von Kindern mit Zahnfehlstellungen, Allgemeinerkrankungen oder Behinderungen. Ein weiterer Inhalt ist die Betreuung von Kindern mit Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, deren häufiges Auftreten die Behandler mitunter vor komplexe Herausforderungen stellt.

Die Referenten verbinden die Vermittlung aktuellen Wissens mit praktischen Übungen und/oder klinischen Fallbesprechungen. Der kollegiale Austausch zwischen Kursteilnehmern und Referenten über eigene Patientenfälle ist ausdrücklich erwünscht.

Das Curriculum ist für alle an der Kinderbehandlung interessierte Zahnärzt*innen empfehlenswert, unabhängig davon ob sie sich maßgeblich auf die Kinderbehandlung fokussieren oder als Familienzahnärzt*innen tätig sind.

Die Kursteilnehmer*innen erhalten Teilnahmebestätigungen für die Absolvierung der Basiskurse (3 Wochenenden), der Einzelkurse und des gesamten Curriculum.

Das Curriculum ermöglicht den Teilnehmern den Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse, die gemäß der Richtlinie und § 17 der Berufsordnung zum Ausweisen des Tätigkeitsschwerpunktes „Kinder- und Jugendzahnheilkunde“ berechtigen.
 

Fortbildungszertifikat

Das Fortbildungszertifikat "Kinder- und Jugendzahnheilkunde" der Landeszahnärztekammer Thüringen wird Zahnärztinnen und Zahnärzten zuerkannt, die nachfolgende Voraussetzungen erfüllt haben.

  1. Curriculum „Kinder- und Jugendzahnheilkunde“
  2. Erwerb und Nachweis praktischer Fähigkeiten
    •  Hospitation und Supervision nach Vorgabeprotokoll
    •  Dokumentation von 45 Behandlungsfällen gemäß Anforderungskatalog
  3. Abschlussgespräch

Eine Hospitation beinhaltet die Begleitung zahnärztlicher Behandlungen von Kindern und Jugendlichen in einer Praxis oder Klinik, soweit diese die hierfür geltenden Anforderungen nach Maßgabe der Arbeitsgruppe „Kinder- und Jugendzahnheilkunde“ der Landeszahnärztekammer Thüringen erfüllen.

Für die Supervision therapiert jeder Teilnehmer mindestens drei Behandlungsfälle. Die Supervision kann unter Aufsicht in einer Praxis oder Klinik erfolgen, soweit diese die hierfür geltenden Anforderungen nach Maßgabe der Arbeitsgruppe „Kinder- und Jugendzahnheilkunde“ der Landeszahnärztekammer Thüringen erfüllt.

Hospitationen und Supervisionen können auch im Rahmen eines Fortbildungskurses erbracht werden,  in welchem jeder Teilnehmer mindestens drei eigene Behandlungsfälle mittels der klinischen Dokumentation und einer Videodokumentation vorstellt und diskutiert.

Zum kollegialen Abschlussgespräch kann sich anmelden, wer das Curriculum „Kinder- und Jugendzahnheilkunde“ absolviert hat und innerhalb von zwei Jahren nach dessen Abschluss die geforderten weiteren Nachweise erbringen kann. Das Abschlussgespräch wird von einer von der Landeszahnärztekammer Thüringen eingesetzten Kommission durchgeführt und findet in der Landeszahnärztekammer statt.

Die Teilnehmer reichen die gesamte Dokumentation von 45 selbstversorgten Fällen unter Einhaltung des Datenschutzes zur Begutachtung ein. Mindestens drei dieser Fälle werden im Abschlussgespräch diskutiert.

Das Ergebnis des Abschlussgespräches ist zu dokumentieren und zu bewerten.

Das Abschlussgespräch ist gebührenpflichtig.

Kurstermine

Basiskurse

  • Kurs 1:
    Anamnese und rechtliche Besonderheiten Herstellung und Wahrung der Compliance durch Verhaltensführung
    Freitag:18.06.2021,14:00-18:00 Uhr
    Samstag:19.06.2021,09:00-15:00 Uhr
         
  • Kurs 2:
    Prävention, Non-invasive und invasive Kariestherapie​​​
    Freitag:07.01.2022,14:00-18:00 Uhr
    Samstag:08.01.2022,09:00-15:00 Uhr
         
  • Kurs 3:
    Praxisorganisation / Notfallmanagement bei Kindern / Anästhesiologie
    Freitag:25.03.2022,14:00-18:00 Uhr
    Samstag:26.03.2022,09:00-15:00 Uhr
         
  • Kurs 4:
    Endodontie und Traumatologie bei Kindern und Jugendlichen
    (Termine folgen)

Die Basiskurse 1–4 sind nur im Paket buchbar.


Aufbaukurse

  • Kurs 5:
    Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation/Überwachung der Gebissentwicklung bei Kindern und Jugendlichen
    (Termin folgt)
     
  • Kurs 6:
    Manifestationen von (Kinder-)Allgemeinerkrankungen in der Mundhöhle / Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen
    (Termin folgt)

Die Aufbaukurse 5–6 sind einzeln buchbar.

Referenten

  • Prof. Dr. Katrin Bekes, Wien
  • Dr. med. Harald Heinemann, Hamburg
  • Prof. Dr. Roswitha Heinrich-Weltzien, Jena
  • Prof. Dr. Collin Jacobs, Jena
  • ZÄ Rebecca Otto, Jena
  • Dr. Tanja Roloff, Hamburg
  • Dr. Julian Schmöckel, Greifswald
  • Priv.-Doz. Dr. Ina Schüler, Jena
  • Dr. Marjatta Pillette, Jena

Details Kursinhalte

Basiskurse

Kurs 1: Anamnese und rechtliche Besonderheiten / Herstellung und Wahrung der Compliance durch Verhaltensführung

  • Allgemeine Anamnese beim Säugling, Kleinkind, Schulkind und Jugendlichen, Dokumentation, Kommunikation, juristische Aspekte bei der Behandlung von Kindern, Behandlungseinwilligung, Vollmachten etc.
  • Kognitive Entwicklungsstufen der Kinder, altersabhängige Voraussetzungen zahnärztlicher Behandlungen, Kommunikation mit Eltern und Kindern, Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten, Techniken der Verhaltensführung, Grenzen der verhaltenstherapeutischen Ansätze


Kurs 2: Prävention, Non-invasive und invasive Kariestherapie

  • Prävention:
    Topografie und Epidemiologie der Karies im Milch- und Wechselgebiss, Fluoride, Fissurenversiegelung, Mundhygiene
  • Non-invasive Kariestherapie:
    Neue und bewährte Methoden des non-invasiven Kariesmanagements am Milchzahn und jugendlich bleibenden Zahn (Fluoride, SDF, K-Infiltration), zeitgemäße Karies-Diagnostik
  • Invasive Kariestherapie:
    Behandlungsplanung, Materialien und Techniken für Restaurationen am Milchzahn und am jugendlich bleibenden Zahn, praktische Übungen anhand von Fotomaterial und am Phantom


Kurs 3: Praxisorganisation / Notfallmanagement bei Kindern / Anästhesiologie

  • Schmerzausschaltung und Notfälle in der Kinderzahnheilkunde
    Prämedikation, Sedierung, Anästhesie, Narkose, Postmedikation, Reanimation, Notfallmedikamente, Einführung in die Hypnose, Richtlinien ITN Sedierung
  • Praxisorganisation – Organisation der Behandlung von Kindern sowie Abrechnung der Leistungen


Kurs 4: Endodontie und Traumatologie bei Kindern und Jugendlichen

  • Endodontie am Milchzahn und am jugendlich bleibenden Zahn, Puloptomie versus Pulpektomie, Zahnextraktionen
  • Verletzungen der Milchzähne und jugendlich bleibenden Zähne:
    Diagnostik, Sofortversorgung, leitliniengerechte Versorgung und deren Grenzen, Heilungsvorgänge, Folgeerscheinungen und Komplikationen, Dokumentation, Prävention
  • Kollegialer Austausch anhand von Behandlungsfällen der Referentin und der Teilnehmer


Aufbaukurse

Kurs 5: Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation / Überwachung der Gebissentwicklung bei Kindern und Jugendlichen

  • MIH:
    Epidemiologie, Ursachen, Diagnostik, bewährte und neue Therapieansätze
    Abgrenzung zu anderen Strukturstörungen der Zahnhartsubstanzen
  • Überwachung der Gebissentwicklung:
    Alarmsignale einer gestörten Entwicklung, Physiologie und Pathologie des Gesichts- und Kieferwachstums, präventive und interzeptive Maßnahmen im Milch- und Wechselgebiss, Einschleifen, Therapie bei ektopischen Zahndurchbruch, Abgewöhnen von Habits, Überweisung zur KFO


Kurs 6: Manifestationen von (Kinder-)Allgemeinerkrankungen in der Mundhöhle / Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen

  • Orale Manifestation allgemeiner Erkrankungen sowie odontogene Infektionen
  • Zahnärztliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf (geistige und / oder körperliche Behinderungen; schwere chronischen Grunderkrankungen wie Epilepsie, Asthma, Diabetes, Immunsuppression): Rechtlich-ethische Aspekte, Präventionskonzept, Befunderhebung, Therapiemethoden, besondere Maßnahmen des Verhaltensmanagements, Nachsorge


7: Hospitation (fakultativ)


8: Supervision (fakultativ)


9: Abschlussgespräch (fakultativ)


Änderungen vorbehalten.

Kontakt

Monika Westphal

Fortbildung /
Kurse ZÄ, ZFA

 0361 7432-108
 0361 7432-270
 E-Mail senden

 

Kerstin Held

Fortbildung /
Kurse ZÄ, ZFA

 0361 7432-107
 0361 7432-270
 E-Mail senden